VORTEILE DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN BETREUUNG
Lebensqualität und Gemeinschaftssinn
Schule und WG liegen nicht im gleichen Quartier. Auf ihrem Schulweg treten die Jugendlichen so in Kontakt mit dem Leben und den Leuten der Stadt. Während den Schulwochen ist die WG von Montagnachmittag bis Freitagmorgen jeweils von 16 bis 08 Uhr, am Mittwoch ab 11 Uhr, geöffnet.
Wir begleiten die Jugendlichen im ausserschulischen Alltag. Ziel ist der ausgewogene Umgang mit der Freizeit: Entspannung, soziale Kontakte, Hobbies, Hausaufgaben, Ämtchen. Wir unterstützen die Jugendlichen in der Selbstorganisation, bei den Hausaufgaben und wollen sie an eine spätere selbständige und eigenverantwortliche Lebensgestaltung heranführen. Sozialpädagogen und -pädagoginnen und Lehrerpersonen pflegen einen regelmässigen Kontakt und gehen auftauchende Probleme partnerschaftlich an.
Wir achten im WG-Alltag auf einen respektvollen Umgang untereinander, führen Gespräche und reflektieren das Verhalten beispielsweise mit Rollenspielen. Auf der WG werden beide Kommunikationsformen, die deutschweizerische Gebärden-sprache und die deutsche Lautsprache, gebraucht und gepflegt. Wir verstehen uns als Vermittler zwischen der hörenden und gehörlosen Gesellschaft und unterstützen die Integration in beide Welten.
Alle fünf Wochen gestalten wir am Mittwoch einen Gruppennachmittag, beispielsweise einen Besuch im Fernsehstudio Leutschenbach. Die Jugendlichen planen und organisieren diese Aktivitäten, wobei wir sie beraten und unterstützen. Auch beim Kochen werden die Jugendlichen mit einbezogen. Wir achten auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung.
Alle Räume sind mit Rauch- und Feuermeldern ausgestattet, welche gekoppelt mit einer Blinklichtanlage die Gefahr sofort visuell anzeigen. Alle Jugendlichen und Mitarbeiter sind instruiert, was in einem Notfall zu tun ist.
Bezugspersonensystem und Förderplanung
Jede/r Sozialpädagoge/in ist je nach Anstellungspensum als Bezugsperson für ein bis vier Jugendliche zuständig. Die Bezugsperson pflegt einen vertrauensvollen Umgang zu den ihr anvertrauten Jugendlichen. Sie erfasst deren Stärken und Kommunikationskompetenzen, woraus sie gemeinsam eine stimmige Umgangsform entwickeln. Ungefähr alle 14 Tage nimmt die Bezugsperson Kontakt mit den Eltern auf, welche in alle wichtigen Entscheide einbezogen werden. An den Eltern- und Geschwisterabenden erhalten die Familienangehörigen auch direkt Einblick in den Alltag der WG.
Mit der Klassenlehrkraft, der Bezugsperson, dem/der Jugendlichen und den Eltern werden allgemeine Förderziele formuliert. Für die Förderplanungen auf der WG, die halbjährlich neu geschrieben wird, ist die Bezugsperson zuständig. Sie verfasst am Ende jedes Semesters einen Wohnbericht, der über den aktuellen Entwicklungsstand des Jugendlichen Auskunft gibt.
Startphase
Beim Eintritt in die WG absolvieren alle Jugendlichen eine sechs Monate dauernde Probezeit, in der sie speziell begleitet und eingeführt werden. Es gilt, ihren Platz innerhalb der bestehenden Gruppe zu finden und Sicherheit zu gewinnen. Das Einhalten der Hausregeln, des Wochenablaufes sowie der Ämtchen gibt zusätzliche Orientierung im Alltag.
